Donnerstag, 14. Februar 2008

Zwickmühle

Es ist schon komisch... erst hab ich mich auf das Gespräch mit meinem Chef gefreut, um endlich wieder in den Arbeitsalltag zurückkehren zu können. Kaum ist das geritzt, drängeln sich die Gedanken in meinem Kopf wie wild. Nein, ich zweifle nicht an meiner Entscheidung, im Mai wieder arbeiten zu gehen, aber ich bin in der Zwickmühle, ob ich den Kleinen zu einer Tagesmutter oder in den Betriebskindergarten geben soll.

Waren heute Nachmittag bei der Tagesmutter im Nachbarort. Am Telefon wirkte sie etwas gestresst aber durchaus freundlich und sympathisch. Sie hat uns dann gleich für den Nachmittag auf einen Kaffee eingeladen. Gemeinsam mit ihrem Mann baut sie gerade Haus, welches entweder dieses Jahr noch oder im Frühling des kommenden Jahres bezugsfertig sein wird. Momentan wohnt sie mit ihrer Familie bei ihrer Schwiegermutter im Untergeschoß. Außerdem hat die Schwiegermutter einen Hund. Soviel Grundinfo vorerst.

Die Tagesmutter - ich nenn sie jetzt einfach mal TM *g* - hat uns vom Parkplatz vorm Haus abgeholt, den Hund gleich zu ihrer Schwiegermutter geschickt. Drinnen angekommen die ersten Worte: "Geh, lassts die Schuhe an!" Ok... wir gehen in die Küche (der Schwiemu), sie bietet mir Kaffee und den Kindern Apfelsaft an und schneidet einen Striezel auf. Währenddessen unterhalten wir uns recht nett und die Kinder sind bei ihren beiden Kids (6,5 und 8) im Spielzimmer. Die Schwiegermutter ist auch bei den Kids und dann bei uns in der Küche. Im Wohnzimmer gegenüber schläft der Schwiegervater (der vor kurzem einen Schlaganfall hatte, aber ihn gut überstanden hat). Jakob rennt ins WZ und ruft gleich mal lauthals OOOOOPPPPAAAAA ;-) Gut, der hat ihm wohl heute am besten gefallen. Wir unterhalten uns weiter, plaudern über unser Haus, über ihre Baustelle, über die Kinder, die Vorlieben von Jakob, seine Gewohnheiten und Schlafenszeiten etc. Währenddessen bleibt die TM IMMER in der Küche, schaut nur ab und zu bei der Tür raus wo der Kleine ist.

Gut, ich hätt mir eigentlich erwartet, dass sie auf den Kleinen zugeht und sich mit ihm "anfreundet". Sie hatte ihn mal kurz am Schoß und beim Heimgehen auf dem Arm, weil er gleich zu ihr gegangen ist nachdem ich ihm die Jacke angezogen hatte. Aber ansonsten nix... Pluspunkt: Jakob hat momentan eine Mamaphase und dass er gleich auf sie zugeht, hätt ich mir nicht gedacht.

Hm... komisches Gefühl irgendwie. Was, wenn sie während der Betreuungszeit den Kleinen auch immer sich selbst überlässt? War sie heute einfach nur froh, mal mit jemanden über Freud und Leid des Hausbauens plaudern zu können, dass sie ganz auf ihren eigentlichen Job vergessen hat? Jakob wäre ihr erstes richtiges Tageskind, und auch das einzige (neben ihren zwei Kindern) zum jetzigen Zeitpunkt.

Ich weiß auch nicht, irgendwie finde ich sie total sympathisch, wir haben uns von Anfang an sehr gut verstanden, und irgendwie hab ich ein komisches Gefühl, eben weil sie auf den Kleinen so gar nicht zugegangen ist...

Thema zwei: Der Betriebskindergarten. Ich hab am Vormittag dort angerufen, um mich nach einem Platz in der Krabbelstube zu erkundigen. Die Leiterin gleich ganz nervös: "Firmenintern?" (die nehmen dort auch externe Kinder) Ich: "Ja!" Sie: "Ui, schaut momentan gar nicht so gut aus, ich muss mir erst die Liste zur Hand nehmen - könnten sie mich MORGEN nochmal anrufen?" -> Genauso wars bei Lena damals auch, als wir sie angemeldet haben.... Sie hat den Platz dann bekommen.

Bin ziemlich ratlos.

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