Stockholm ist eine frische, fröhliche und mMn junge Stadt. Sehr organisiert - nach dem IKEA-Prinzip zieht man an jeder öffentlichen Auskunftsstelle erst eine Nummer bevor man sich in einer Schlange anstellt und dann aufgerufen wird. Find ich cool.
Am Flughafen Arlanda deckten wir uns gleich beim Infoschalter mit Prospekten, Stadtplänen und Fahrscheinen für die Öffis ein. Wir haben uns gegen die Stockholm-Card entschieden, weil sie uns doch recht teuer vorkam und wir nicht vor hatten, so viele Museen zu besuchen.
Mit dem Taxi gings zum Hotel. Das zahlt sich, wenn man so wie wir zu Viert reist, auf alle Fälle aus. Die Stockholmer Taxis bieten Festpreise für den Transfer vom Flughafen in die Stadt (egal in welchen Bezirk) an. Wir bezahlten 495 Skr und erwischten einen etwas hektischen Taxifahrer, der wohl meinte die Autobahn gehört ihm allein. Im Hotel Rex angekommen waren unsere Zimmer leider noch nicht bezugsfertig. Wir parkten also unser Gepäck und machten uns vorerst mal zu Fuß auf den Weg in die Stadt. Der Weg führte uns vom Hotel über den Sergelstorg, vorbei am Nordic Sea Hotel (in dem sich die Eristoff-Ice-Bar befindet, die aber während unseres Aufenthaltes frisch geeist wurde und geschlossen war), der Oper, dem Reichstagsgebäude auf die Rückseite des Kungliga Slottet in Gamla Stan. Da es für die Wachablöse noch zu früh war besuchten wir die Storkyrkan. Auf diese hatte ich mich schon sehr gefreut. Auf den Spuren von Victoria und Daniel ging ich den Weg zum Altar entlang… In der Kirche war es übrigens unnatürlich warm, weshalb wir sie nach einigen Fotos auch wieder verlassen haben.
Weiter gings na einigen Souveniergeschäften vorbei zum Stortorget. Dort bewunderten wir die berühmten bunten Häuserfassaden, das Nobel-Museum und stärkten uns mit einem Hotdog, ehe wir zurück zum Schloss marschierten. Die Menschenmasse dort war ein Zeichen, dass die Wachablöse losging. Diese ging recht unspektakulär von statten. War aber nett anzusehen.
Unser Weg führte uns über Slussen hinauf nach Södermalm. Dort legten wir eine Pause bei McDonalds ein und gingen Richtung Fjällgatan um ein paar tolle Bilder von Gamla Stan zu machen. Der Katharinahissen war leider gesperrt, drum fuhren wir von Slussen aus ein paar Stationen mit der Tunnelbanna nach Zinkensdamm um im Shop des FC Hammerby einen Einkaufsauftrag auszuführen.
Die Stockholmer Öffis sind sehr gut organisiert. In jeder U-Bahnstation gibt es Schleusen, die sich nur bei Vorlage eines gültigen Fahrscheines öffnen. Die meisten Schweden nutzten e-Fahrscheine am Handy oder auf Chipkarten. Unsere 3-Tages-Karte mussten wir dem Mitarbeiter der SL direkt vorzeigen, der uns die Schleuse dann öffnete. Auch in jedem Bus und jeder Straßenbahn gab es Kontrollen. Schwarzfahren ist quasi unmöglich. Mit den Öffis kommt man bequem überall hin. Auf den ersten Blick ist die Tunnelbanna etwas unübersichtlich, aber man gewöhnt sich schnell daran. Wir sind allerdings die meisten Strecken zu Fuß gegangen und haben so viele schöne Plätze entdeckt.
Wir besuchten am Nachmittag noch das Historische Museum. Dort hat mir vor allem die Wikinger-Ausstellung sehr gut gefallen. Man stellt sich diese ja immer mit großen hornbesetzten Helmen vor, dabei hatten die gar keine. Dafür schon tolle Schmuckstücke, wunderschön gleichmäßig geformte Geldstücke, Haarkämme uvm. Im Keller des Museums fand die Ausstellung „Goldene Schätze“ statt. Dort durfte man leider weder Filmen noch fotografieren, aber es waren beeindruckende Schmuckstücke zu sehen.
Am späten Nachmittag fuhren wir zurück ins Hotel und konnten endlich einchecken. Die Zimmer waren sehr klein, ebenso das Badezimmer, aber sauber und sehr ruhig gelegen (Blick auf den Innenhof und den Wintergarten). Außerdem nur 5 min von der U-Bahnstation Radmansgatan entfernt, die Staatsbibliothek ist auch in wenigen Minuten zu erreichen, genauso Hardrock-Cafe. Einen richtigen Kleiderschrank gab es nicht, lediglich ein Schränkchen, wo gerade mal eine Jacke und ein Hemd reinpassten. Also lebten wir die 4 Tage aus dem Koffer, was aber kein Problem für uns war, da wir eh den ganzen Tag unterwegs waren.
Abends marschierten wir die Drottninggatan – eine lange Einkaufsstraße/Fußgängerzone entlang auf der Suche nach einem gemütlichen Restaurant. Die Preise in Stockholm sind sehr hoch. Essen und Trinken sind sehr teuer, drum dauerte es eine Zeit, bis wir ein passendes Lokal gefunden hatten. Sehr nett und gemütlich eingerichtet, Bilder von Marilyn Monroe an der Wand und leckere Burger warteten auf uns.
Den 2. Tag verbrachten wir auf der Insel Djurgarden. Als erstes besuchten wir das Vasa-Museum. Ein Pflichttermin für jeden Stockholmbesucher. Und es ist den Eintritt allemal Wert. Sagenhaft, dieses vor über 300 Jahren gesunkene und 1961 geborgene Schiff. Die ganze Athmosphäre ist einzigartig. Es war recht kühl im Museum und auch recht düster. Aber sehr sehr spannend. Wir sahen auch den Film über die Bergung der Vasa und waren beeindruckt.
Gleich gegenüber liegt Junibacken, die Astrid-Lindgren-Welt. Geschätzte 494 Kinderwägen und ein Eintritt von 145 Skr haben uns letztendlich aber davon abgehalten, reinzugehen. Es war einfach zu viel los. Also zogen wir zu Fuß weiter vorbei am noch geschlossenen Vergnügungspark Gröna Lund Richtung Freilichtmuseum Skansen. Unser erster Eindruck: Wow, ist das riesig! Der Eintritt hält sich mit 70 Skr in Grenzen und es wird einem wirklich viel geboten. Zum einen sind die meisten der ausgestellten Häuser noch in Betrieb (so zB eine Werkstatt, eine Glasbrennerei, ein Milchladen etc.) und man kann den Leuten dort beim Arbeiten zusehen, wies eben früher war oder ihre Werkstücke kaufen. Zum Anderen befindet sich auch ein Tierpark in Skansen, wo man vom Bären über den Elch bis zum Rentier alles mögliche sieht.
Da wir schon auf Djurgarden waren nahmen wir den Bus zum Kaknästornet, dem Fernsehturm auf Djurgarden. Für 45 Skr gings mit dem Lift hinauf in den 30. Stock auf die Aussichtsplattform. Der Ausblick ist beeindruckend. Leider sah von oben noch alles recht düster aus, da in Schweden gerade mal die ersten Frühlingsboten zu blühen begonnen haben. Mein Tipp: Unbedingt im Sommer in den hohen Norden fliegen, da ist dann alles schon grün und bunt. Mit dem Wetter hatten wir ja Riesenglück. Jeden Tag strahlenden Sonnenschein und Temperaturen um die 18-20 Grad. Für die Schweden musste sich das schon wie Hochsommer angefühlt haben, die rannten nämlich in kurzen Hosen, Tops und Flipflops durch die Gegend. Wir hingegen waren warm eingepackt. Langarmshirt, Weste und Softshelljacke…
Zum Abendessen gingen wir in ein Steakhaus um die Ecke des Hotels. Das Essen war superlecker, die Einrichtung des Lokals total cool. Alles in knallbunten Farben. Der Kellner hielt uns Anfangs für Schweden. Aber nur, weil Chris immer mit seinen wenigen schwedischen Wörtern Hej und Tack herumprahlte.
Tag 3 starteten wir gemütlich am Stortorget im Gastgarten eines genialen Cafè’s. Uns wurden sehr leckere Kaffeekreationen in tollen Häferln serviert. Mein Blaubeermuffin war doppelt so groß wie meine Faust und schmeckte himmlisch. Wir genossen die Sonne, bewunderten die Hardcoreschweden die schon oben ohne rumliefen und marschierten dann an der Südseite des königlichen Schlosses vorbei zu den Fähranlegern. Weiter gings zu Fuß zur berühmten Krone auf der Skepsholmbrücke und somit auf die Insel Skepsholmen. Dort liegt im Malarsee eine schwimmende Jugendherberge auf Anker. Die Kirche auf Skepsholmen gefiel mir sehr gut und ich marschierte eine kleine Anhöhe hinauf zum Ostasiatischen Museum während die Jungs sich am Ufer des Malarsees in der Sonne räkelten. Vom Kirchenvorplatz hatte man eine tolle Aussicht auf Gamla Stan. Ich ging noch ein Stück weiter den Hügel hinauf und entdeckte einen Park voll mit buntesten Skulpturen. Der Name des Künstlers ist mir leider entfallen. Anschließend nahmen wir den Bus zurück nach Gamla Stan, gingen am Kungsträdgarden und dem königlichen Schloss vorbei zurück zum Jorntorget, wo wir uns zum Lunch in ein Lokal setzten.
Danach trennten sich unsere Wege. Chris und ich fuhren zum Globen, die Jungs machten sich auf den Weg ins Fußballstadion, um sich ein Match anzusehen. Ich weiß nicht, irgendwie hatte ich mir den Sony Ericsson Globen viel spektakulärer und interessanter vorgestellt. Wir hatten erstmal Mühe, das Ding zu finden (da wir mit Schienenersatzverkehrsbussen unterwegs waren). Als wir endlich dort waren kauften wir uns Fahrkarten für die Gondelfahrt und wenig später gings dann auch schon los. Die Aussicht war nicht sehr berauschend. In weiter Ferne konnte man das Stadshuset und den Kaknästornet ausmachen, in unmittelbarer Nähe sah man nur die Randbezirke Stockholms, viel Industrie und Autobahnen. Auch das Einkaufszentrum gegenüber des Globen gab nicht viel her. Zwar riesengroß, aber nix besonderes. So fuhren wir also zurück zu unserem Hotel und überlegten uns, wo wir zu Abend essen sollten. Chris wollte unbedingt ein Elchsteak probieren. Wir versuchten unser Glück in der Innenstadt. Doch die Preise haben uns sehr abgeschreckt. Letztendlich landeten wir dann am Stortorget in einem kleinen italienisch angehauchten Restaurant. Sehr exklusiv, recht hochpreisig, aber dafür mit leckerem Essen.
Den letzten Tag unseres Aufenthaltes begannen wir mit einem ausgiebigen Frühstück, parkten dann die Koffer im Hotel Hellsten und fuhren mit der U-Bahn nach Gamla Stan. Wir flanierten ein bisschen durch die Gassen, die Jungs machten es sich anschließend in einem Cafe bequem und ich machte mir auch den Weg zum Rüstungsmuseum, welches aber leider am Karfreitag geschlossen hatte. Ebenso der Schweden Bookshop, den ich so gerne besucht hätte. Somit spazierte ich durch ganz Gamla Stan und auf dem Rückweg zum Cafe kam ich noch mal bei der Wachablöse dazu. Anschließend holte ich die Jungs ab und wir machten uns auf den Weg zum Stadshuset, welches als schönstes Gebäude Schwedens ausgezeichnet wurde. Von der Weite dachte ich mir noch dass es ja ganz schön aussähe, aber das schönste Gebäude Schwedens? Als wir letztendlich dort angelangt sind, gefiel es mir allerdings auch ausgesprochen gut. Die roten Backsteine, der große Innenhof, die Lage direkt am Malarsee, einfach herrlich. Wir ließen es uns nicht nehmen und kauften uns Tickets für die Turmbesteigung. Der Aufstieg war recht anstrengend, hat sich aber allemal gelohnt. Denn die Aussicht vom Stadshuset über Stockholm ist sehr beeindruckend. Kein Vergleich zum Kaknästornet oder dem Globen.
Mit dem Bus gings zurück in die Innenstadt. Wir wollten uns das berühmte Konserthuset ansehen, wo jährlich die Nobelpreise vergeben werden. Das Gebäude sieht sehr fade aus, wir machten nur ein paar Bilder und strandelten dafür ein bisschen durch den Flohmarkt vorm Konserthuset. Anschließend stärkten wir uns mit Tomaten-Mozarella-Ciabatta und marschierten zurück zum Hotel. Die Empfangsdame rief uns schließlich ein Taxi zum Flughafen und wir machten uns auf den Weg zurück nach Hause.
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